Wenn im Sommer die Tomatenernte so richtig Fahrt aufnimmt, stellt sich schnell die Frage: Wohin mit all den Tomaten? Einkochen ist eine Möglichkeit – Dörren eine besonders leckere Alternative.
Durch das Trocknen verlieren Tomaten einen großen Teil ihres Wassers. Übrig bleibt ein intensiver, konzentrierter Tomatengeschmack. Getrocknete Tomaten sind perfekt für Pasta, Pizza, Salate, Dips, Saucen oder einfach zum Knabbern.
Welche Tomaten eignen sich?
Grundsätzlich kann man fast jede Tomatensorte dörren. Besonders gut eignen sich jedoch fleischige Sorten mit wenig Flüssigkeit und wenigen Kernen. Auch kleinere Tomaten wie Cocktail- oder Cherrytomaten funktionieren hervorragend.
Sehr saftige Tomaten brauchen entsprechend länger.
Tomaten vorbereiten

Tomaten gründlich waschen und anschließend gut abtrocknen.
Je nach Größe:
• kleine Tomaten halbieren
• größere Tomaten vierteln oder in Scheiben schneiden
• den grünen Strunkansatz entfernen
• sehr saftige Tomaten vom Kerngehäuse befreien
Die Stücke sollten möglichst gleichmäßig groß und dick sein, damit sie ungefähr gleichzeitig trocknen.
Im Dörrautomaten

Der Dörrautomat ist die komfortabelste Möglichkeit. Die vorbereiteten Tomatenstücke mit der Schnittfläche nach oben auf die Dörrgitter legen.
Bei etwa 60–70 °C trocknen lassen.
Je nach Tomatensorte, Größe und Wassergehalt kann das 6 bis 12 Stunden oder sogar länger dauern. Zwischendurch sollte man die Tomaten kontrollieren und gegebenenfalls die Position der Dörrgitter wechseln.
Die fertigen Tomaten sollten nicht mehr feucht sein, sich aber je nach gewünschtem Ergebnis noch etwas weich und biegsam anfühlen.
Tomaten im Backofen dörren

Auch im Backofen funktioniert das Dörren problemlos. Die Tomaten auf ein Backblech legen.
Den Backofen auf etwa 60–70 °C einstellen. Wichtig ist, dass die Feuchtigkeit entweichen kann. Deshalb die Backofentür einen Spalt offen lassen (einen Teelöffel in die Tür klemmen), sofern der Ofen das nicht bereits über eine entsprechende Dörrfunktion ermöglicht.
Auch hier kann der Vorgang mehrere Stunden dauern.
Nicht nur nach der Uhr gehen: Entscheidend ist der Zustand der Tomaten.
Wann sind die Tomaten fertig?

Das hängt davon ab, was man anschließend damit machen möchte.
Für weiche, halbgetrocknete Tomaten darf noch etwas Feuchtigkeit vorhanden sein. Sie sind wunderbar für Pasta, Pizza oder zum Einlegen in Öl.
Für eine längere Lagerung müssen die Tomaten deutlich stärker getrocknet werden. Sie sollten kaum noch Feuchtigkeit enthalten.
Wichtig: Je mehr Restfeuchtigkeit vorhanden ist, desto kürzer ist die Haltbarkeit.
Und was ist mit Tomaten in Öl?

Getrocknete Tomaten lassen sich hervorragend in Öl einlegen. Dabei sollte man allerdings nicht einfach halbgetrocknete Tomaten in Öl geben und über Monate bei Raumtemperatur lagern.
Öl schafft eine sauerstoffarme Umgebung, in der sich aber unter ungünstigen Bedingungen Botulinum-Bakterien vermehren können.
Für eine sichere Langzeitlagerung sollte man deshalb auf geeignete, geprüfte Verfahren achten. Einfacher und sicherer ist es, die vollständig getrockneten Tomaten trocken und luftdicht zu lagern.
Getrocknete Tomaten richtig lagern

Sind die Tomaten wirklich gut durchgetrocknet, können sie in einem luftdichten Behälter dunkel und trocken aufbewahrt werden.
Ideal sind beispielsweise:
• luftdichte Schraubgläser
• gut verschließbare Vorratsbehälter
• Vakuumbeutel
Bei längerer Lagerung sollte man die Tomaten regelmäßig kontrollieren. Kondenswasser, ungewöhnlicher Geruch oder Schimmel sind ein klares Zeichen: weg damit.
Unsere Meinung
Gerade wenn gleichzeitig viele Tomaten reif werden, ist Dörren eine fantastische Möglichkeit, die Ernte zu retten. Aus einer großen Schüssel frischer Tomaten wird nach dem Trocknen plötzlich eine kleine Menge voller Geschmack.
Und genau das macht getrocknete Tomaten so besonders: Weniger Volumen – aber umso mehr Tomate!
Ob auf Pizza, im Salat, in einer Sauce oder direkt aus dem Glas: Selbst gedörrte Tomaten bringen den Geschmack des Sommers auch noch mitten im Winter auf den Teller.
Man kann die Tomaten auch vor dem Dörren leicht mit Salz würzen. Kräuter wie Thymian, Oregano oder Rosmarin sorgen ebenfalls für zusätzliches Aroma.




