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Rauchende Rachen in Oberstenfeld 2005:
Ein neuer Rekord im Chilischoten-Wettessen

Wir erinnern uns: im Juni 2004 veranstaltete die kleine BaWü-Weinbaugemeinde Oberstenfeld die erste Deutsche Meisterschaft im Chilischoten-Wettessen - siehe weiter unten. Gewinner Florian Faust aus Rheinland- Pfalz vertilgte beachtliche 446 Gramm zerkleinerte scharfe Chilis.

Auch in diesem Jahr trat Florian wieder an. Zahlreiche Vertreter der Medien fragten sich und ihn: Wird der Mann mit dem Magen aus Stahl es schaffen, den Titel zu halten, womöglich sogar seinen alten Rekord zu verbessern? Wir waren vor Ort, um es herauszufinden.

Zuschauermassen in Oberstenfeld   Trophäen

Dieses Jahr fand  das das Spektakel am Samstagabend des 25.Juni 2005 statt. Es war Fleckenfest, der ganze Ort auf den Beinen, ebenso das Einzugsgebiet dieses malerischen Städtchens zwischen Stuttgart und Heilbronn. Rechts die begehrten Sieger-Trophäen.

Abwiegen der Chili-Mischung

Wieder mixten die gnadenlosen Oberstenfelder 2 kg rote Habaneros (Schärfe 10 - siehe unser  Brenn-o-meter), 4 kg Thai-Chilis (Schärfe 8) sowie 4 kg holländische Cayenne-Chilis (Schärfe 6) und wogen Teller mit je 100 Gramm ab.

Habanero, Thai und Holland-Cayenne

Das teuflische Trio...

Hauptsponsor war  - wie im vergangenen Jahr - natürlich Pepperworld, die für die Teilnehmer chilischarfe Preise aus dem Pepperworld Hot Shop stiftete. Und selbstverständlich gab's Medaillen und Siegerpokale. Angekündigt wurde das Spektakel als Europameisterschaft im Chilischoten-Wettessen, aber da nur deutsche Wettesser teilnahmen und es unseres Wissens auch keine mehrsprachigen, EU-weiten Ausschreibungen und Vorausscheidungen gab, ist es wohl korrekter, wieder von einer deutschen Meisterschaft zu sprechen. Ein spannender Wettkampf wars allemal.

Florian trat gegen neun Mitstreiter an, darunter immerhin auch drei mutige Damen.

Angefeuert und beaufsichtigt vom Oberstenfelder Bürgermeister Reinhard Rosner (rechts im Bild) wurde dann wieder 12 Minuten lang gelöffelt, was das Zeug hielt. Gleich zu Beginn dann die Überraschung: Florian schmeißt schon nach dem ersten Löffel das Handtuch, nachdem er sich, wie er sagte, an den scharfen Schoten verschluckt hatte. Vielleicht wurden auch einfach spontan Erinnerungen wach, wie er letztes Jahr auf der Heimfahrt sämtliche Autobahn-WCs in flammende Infernos verwandelte?

-ChiliWettessen, angefeuert und beaufsichtigt vom BM

Vanessa, leidend

Nach und nach kapitulierten weitere Scharfesser. Vanessa (links) verputzte stattliche 106 Gramm, was allerdings auch deutliche Spuren hinterließ. Sie landete damit auf Platz 6. Gleich hinter Abbas Smida, der sich schon mit Chilis zum Frühstück vorbereitet hatte.

Ihre zwei Mitstreiterinnen Joyce und Karin kämpften sich mit 200 bzw. 212 Gramm auf Platz zwei und drei vor - Respekt! Einer aber aß und aß und aß, angefeuert von seinen drei Coaches, die er mitgebracht hatte: Stefan Koller aus Neumarkt (Bayern) 

 

Den Kimono, den er von einem Thailand-Besuch mitgebracht hatte, legte Stefan schon zu Beginn ab, und der Schweiß floss in Strömen. Sein Team wurde nicht müde, ihn bis zur letzten Sekunde anzutreiben - das war schon fast wie bei einem Boxkampf. Alle Teilnehmer hatten längst aufgehört, doch Stefan machte weiter, wollte unbedingt den Vorjahresrekord brechen.

Dies gelang ihm auch. Als Wettessen-Organisator Michael Meder nach 12 qualvollen  Minuten abpfiff, hatte Stefan, wie die anschließende Auswertung (rechts) ergab, sagenhafte 520 Gramm geschafft, und die Aufmerksamkeit der anwesenden Reporter war ihm sicher.

Die Pepperweltler haben den Oberstenfelder Chili-Cocktail natürlich ebenfalls probiert, und er war wirklich brutal - alle Teilnehmer haben unser respektvolles Mitgefühl, besonders für "den Tag danach".

Um einmal zu verdeutlichen, was die Wettessen-Teilnehmer hier geleistet haben:

In den 520 Gramm vom höllischen Chilimix, die Stefan Koller gegessen hat, steckten  ca. 198 Stück Thai-Chilis, um die 18 Cayenne-Schoten und etwa 12 Habaneros!

Auswertung

2005er Sieger Stefan Koller

Winning Team: Stefan Koller und seinse Coaches

Winning Team: Stefan Koller und seinse Coaches.

Herzlichen Glückwunsch an Stefan Koller aus Neumarkt und alle anderen, die mutig genug waren, bei diesem Wettkampf der verschärften Art mitzumachen!

Hier alle 2005er Resultate im Überblick:

Platz 1

520 Gramm

Stefan Koller

Platz 2

212 Gramm

Karin Peschk

Platz 3

200 Gramm

Joyce Fendel

Platz 4

198 Gramm

Tobias Lies

Platz 5

140 Gramm

Abbas Smida

Platz 6

106 Gramm

Vanessa Helfrich

Platz 7

100 Gramm

Rene Schwarzmeier

Platz 8

48 Gramm

Jens Sterzel

Platz 9

42 Gramm

Jonas Blaschke

Platz 10

2 Gramm

Florian Faust

 

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Rauchende Rachen in Oberstenfeld 2004:
Erste
Deutsche Meisterschaft im Chilischoten-Wettessen

Der 26. Juni 2004 wird als denkwürdiger Tag in die (Chili-)Geschichte eingehen: Nun hat auch Deutschland seine hochoffizielle Meisterschaft im Chilischoten-Wettessen, kurz "DMiCW".

Ort des Geschehens war der Marktplatz von Oberstenfeld. Falls Sie sich fragen, wo das liegt: In Baden-Württemberg, mitten im malerischen Weinanbaugebiet Bottwartal zwischen Stuttgart und Heilbronn. Das scharfe Ereignis war eine der Hauptattraktionen des Oberstenfelder Fleckenfestes, einem bunten Straßenfest der Oberstenfelder Vereine.

In Texas werden schon seit Jahrzehnten scharfe Schoten um die Wette gefuttert, und in Diamante (Kalabrien) ist die italienische Meisterschaft im Chilischoten-Wettessen jedes Jahr ein Höhepunkt des dortigen Peperoncino-Festivals. Allerdings sind dort auch viele gut im Training, denn Kalabrien ist Chili-Land - siehe unseren ausführlichen Kalabrien-Bericht.

Doch das konnte den Oberstenfelder Freizeitclub nicht bremsen, mutige Teilnehmer aus dem gesamten Bundesgebiet zu suchen; unser Bericht über das kalabrische Spektakel diente bei der Ausgestaltung des Wettbewerbs als feuriges Vorbild. Rechts das Logo der "DMiCW".

DMiCW-Logo

Regeln für rauchende Rachen

Die Regeln sind einfach: 12 Kandidaten müssen in 12 Minuten soviele gehäckselte Chilischoten essen, wie sie können. Wer die meisten schafft, ist Sieger (und leidet am nächsten Tag am heftigsten). Während der Dauer des Wettkampfes dürfen die Teilnehmer die bereitgestellten "Linderungsmittel“ (Brot und Öl) in jeder gewünschten Menge zu sich nehmen - sonst nichts. Gewonnen und "Deutscher Meister im Chilischoten-Wettessen" des JFC Oberstenfeld e.V. ist jener  Teilnehmer, der in 12 Minuten die meisten Chilis (gemessen am Gewicht) gefuttert hat. Autsch!

Der Preis für den Schweiß: Alle Teilnehmer bekommen nach dem Wettkampf 5 Liter Bier zum Löschen. Der Gewinner bekommt die Siegerprämie von 100 Euro, eine feurig scharfe Fossil-Uhr vom ortsansässigen Juwelier Meder und den Pokal "Deutscher Meister im Chilischoten-Wettessen“, sowie die Teilnahmeberechtigung an den Meisterschaften im Jahr 2005. Als Hauptsponsor hat der Pepperworld Hot Shop zudem für alle Teilnehmer eine "Goodie Bag" mit feurigen Produkten aus dem Shop-Sortiment gefüllt; der Sieger bekommt außerdem eine Chilihead-Notfallbox.

Heiße Ware

Über den örtlichen Gemüsehändler besorgten die Oberstenfelder 10 kg (!) Chilis, und zwar 2 kg rote mexikanische Habaneros (Schärfestufe 10 - siehe Brenn-o-meter), 4 kg Thai-Chilis (Schärfe 8) sowie 4 kg holländische Cayenne-Chilis (Schärfe 6). 

Der Wettkampf-Chilimix

Im Mixer wurden die Schoten fein gehäckselt.

Schnipp!

Häckseln der scharfen Schoten im Mixer

Abwiegen unter bürgermeisterlicher Aufsicht

100 Gramm Schärfe pur

Unter der gewissenhaften Aufsicht von Bürgermeister Reinhard Rosner wurde der gnadenlose Mix dann präzise ausgewogen und zu je 100 g auf Plastikteller gefüllt.

Im Dutzend mutiger

Tatsächlich hatten sich zwölf Mutige gefunden, und für zwei weibliche und zehn männliche Teilnehmer hieß es Platz zu nehmen an dem langen Tisch mit der heißen Ware. Links vor dem Wettkampftisch sehen wir Goodie Bags vom Pepperworld Hot Shop und die begehrte Chilihead-Notfallbox. Bei Nummer 12 beginnt sich die Gesichtsfarbe bereits an die der Chilis anzugleichen. Ein Helfer schenkt Olivenöl aus, "damit's besser rutscht".

Das Dynamische Dutzend - im Vordergrund Pepperworld-Präsente

"Wir essen gern scharf": Dann mal los!

Der gut gefüllte Oberstenfelder Marktplatz

21:00 Uhr - auf los gings dann los. Tausende Besucher verfolgten das Spektakel, moderiert von Michael Meder (rechts), Vorsitzender des JFC Oberstenfeld, der das Wahnisinns-Wettessen veranstaltet. Dass die Zeit genau eingehalten wird, ist wohl sichergestellt: Michael ist nicht nur Juwelier, sondern auch Uhrmachermeister.

Michael Meder moderiert

Wer also in zwölf Minuten die meisten geschnippelten Chilischoten reinlöffelt, wird deutscher  Meister in dieser (für unser Land) neuen Disziplin. Zudem sehen die Veranstalter gute Chancen, das Ergebnis als Weltrekord ins "Guinness Buch" eingetragen zu bekommen - wir halten Sie auf dem Laufenden.

Bei "Guiness" fällt einem natürlich sofort Bier ein. Fachkundige Betrachter werden neben Michael die Pyramide aus 5l-Fässlein mit leckerem Tannenzäpfle-Bier der Badischen Staatsbrauerei Rothaus erspähen. Lohn der Angst.

Die zähen Zwölf fangen an, Chilis zu löffeln, und die Menge tobt. Schon im Mittelalter zogen Marktplätze Schaulustige an, wenn Menschen öffentlich gequält oder gar hingerichtet wurden. Michael betont aber ausdrücklich, dass alle Teilnehmer freiwillig mitmachen...

Michael Meder (l) und Bürgermeister Reinhard Rosner (r)

Die Uhr läuft, und die zwölf Kandidaten liefern sich eine scharfe Schlacht. Der erste gibt seinen Löffel allerdings bereits nach 28 Gramm Chilis keuchend ab, der nächste bei 52 Gramm. Dabei hatten alle zuhause heftig trainiert! Michael Meder hält das Publikum über den aktuellen Stand auf dem Laufenden. Zur Halbzeit haben bereits zwei Teilnehmer jeweils zwei Teller geschafft, aber ein paar mutige Mitesser holen auf. 

And the Winner is...

Es wird gelöffelt und leise gestöhnt, und schließlich essen nur noch zwei: Florian Faust und Abbas Smida liefern sich ein heißes Kopf-an-Kopf-Duell. Dann sind die zwölf Minuten um. Lange zwölf Minuten. Und es gibt einen Sieger. Er trägt ein grünes Hemd.  Wer ist dieser junge Mann mit dem T-Shirt, auf dem steht: "Ich gehöre zu den Typen, vor denen uns unsere Eltern immer gewarnt haben"? Mit Tränen in den Augen und Chili-Stückchen am Mund? Ist es Axel Nesse?

DMiCW-Sieger Florian Faust

DMiCW-Sieger Florian Faust

Nein, es ist  Florian Faust aus Offstein (Rheinland-Pfalz), 22, Informatikstudent, schon seit längerem Vicious Vampire  Fan. Er hat die unglaubliche Menge von 446 Gramm scharfer Chilis gegessen, und schlug damit Abbas, der es immerhin auf 416 Gramm brachte. Wir gratulieren recht herzlich und wünschen Florian saubere Autobahn-WC's auf der Heimfahrt.

Auch allen anderen Teilnehmern herzliche Gratulation! Hier die kompletten Platzierungen:

 446 Gramm: Florian Faust

 416 Gramm: Abbas Smida

 302 Gramm: Arcangelo Busciacco

 256 Gramm: Suphin Saensit

 186 Gramm: Gernot Geldner

 166 Gramm: Praewlada Häussermann

 142 Gramm: Dr. Volker Beck

   90 Gramm:  Martin Vanecek

   82 Gramm: Peter Lesnik

   66 Gramm: Stefan Winkler

   52 Gramm: Stefan Rottmann

   28 Gramm: Jörg Schmalenberger

Allen zwölf Teilnehmern ein ganz dickes Kompliment, dass sie den Mut hatten, sich diesem harten Wettbewerb und der sensationshungrigen Öffentlichkeit zu stellen. Wir wünschen auch viel Freude am "Tag danach" und überlegen bereits, welche Preise wir womöglich beim nächsten Mal stiften könnten:

  • Deo-Roller

  • Frische T-Shirts

  • Eine Kühlbox, gefüllt mit "Hakle Feucht"

  • Asbest-Bettwäsche

Sofern es überhaupt noch möglich war (so mancher hatte Tränen in den Augen), haben sich die Kandidaten riesig über die kleinen Pepperworld-Leckereien gefreut. Einige kannten schon das eine oder andere Sößlein, gaben sogar an, mit PW-Produkten "trainiert" zu haben. Einige haben auch versprochen, für das nächste Jahr mit diesen Soßen zu üben, um dann noch besser abzuschneiden.

Mit der Chilihead-Notfallbox kann Florian sich auf jeden Fall schon mal auf die DMiCW 2005 vorbereiten, auf die wir uns jetzt schon freuen. Die Zeit nimmt er mit der Fossil-Uhr aus dem Hause Meder. Wird Florian seinen eigenen Rekord brechen? Wird ihm jemand seinen Rang streitig machen? Wir werden sehen!


Kleines Update 2006...

Bereits im Sommer 2005 lief das Chili-Wettessen als "Europa-Meisterschaft", 2006 dann - wohl inspiriert vom Fußball - gar als "Weltmeisterschaft". Sorry, Leute, aber hier haben wir ein wenig Kritik anzumerken. Selbst für die "nationale" italienische Endausscheidung im Schotenschlucken gibts dort regionale Vorausscheidungen. Zu einer EM, erst recht aber zu einer WM, hätte zunächst eine Ausschreibung in allen wichtigen Sprachen potenzieller Teilnehmerländer gehört, und sinnvollerweise nationale Vorausscheidungen in den teilnehmenden Ländern, nach standardisierten Regeln, mit hinsichtlich Schärfe "genormten" Chilis. Auch für Fußbälle, Schlittschuhe etc. gibts da schließlich der Fairness halber international verbindliche Vorgaben. Nichtsdestrotrotz gratulieren wir Theodoros Kiapidis aus Lindau am Bodensee zu seinem diesjährigen Sieg - mit welchem Titel auch immer!

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