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Wasabi: Der
japanische Scharfmacher
Wer
gerne japanisch isst, besonders Sushi oder Sashimi, der kennt Wasabi,
den "grünen Meerrettich". Dabei hat Wasabi botanisch nichts
mit Meerettich zu tun, wird durch ihn aber oft aus Kostengründen
ersetzt und "Wasabi" genannt. Merkt ja keiner - oder doch?
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Sashimi (roher Fisch) oder Sushi - ohne Wasabi sind diese japanischen Köstlichkeiten kaum denkbar. Anders als bei Chilis, deren Schärfe im Mund
wahrgenommen wird, steigt die Wasabi-Schärfe ähnlich wie Meerrettich in die Nase, und auch der Geschmack geht in
diese Richtung. Botanisch unzutreffend wird Wasabi daher auch japanischer Meerrettich, grüner Meerrettich oder
Wassermeerrettich genannt.
Zwar gehört auch Wasabi wie Meerrettich und
Senf zu den Kreuzblütengewächsen (lat. Brassicaceae); er wächst jedoch wie Kohl.
Und wenn auch oft von der "Wasabiwurzel“ die Rede ist, so ist der
verwendete Teil der Pflanze ein vertikal wachsender beblätterter Wurzelstock, von dem
man die Blätter entfernt. Es besteht dann Ähnlichkeit mit einer abgeernteten Rosenkohl-Pflanze.
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Zuhause ist
die Pflanze in Japan, aber auch in Korea, den USA (Oregon an der
Westküste, North Carolina im Osten) sowie Neuseeland wird die
Wasabi-Zucht inzwischen erfolgreich betrieben. Am besten gedeiht
Wasabi in seichten fließenden Gewässern (zum Beispiel Bergbächen).
Zusätzlich braucht die Pflanze aber ein ganz bestimmtes nicht zu
warmes und nicht zu kühles Klima, am liebsten zwischen 8°C und 20 °C.
Außerdem mag Wasabi kein direktes Sonnenlicht, weshalb
meist Beschattung erforderlich ist. All dies limitiert die Anbaugebiete und ist einer der Gründe, weshalb
echter Wasabi so rar und teuer ist.
Scharf durch
Isothiocyanate
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Zwar bieten auch die Blätter ein wenig Aroma und Schärfe; konzentriert ist beides jedoch in eben jenem Wurzelstock. Wie
Senf und Meerrettich verdankt Wasabi seine stechende Schärfe sogenannten
flüchtigen Senfölen, den Isothiocyanaten; hier sind es insbesondere
Glucocochlearin und Sinigrin. Die chemische Zusammensetzung ist
aber ureigen, was echten Wasabi in Aroma und "Brennprofil" einzigartig macht. Wer
einmal Gelegenheit hatte, frische geriebene Wasabiwurzel zu
genießen, weiß diese speziellen Eigenschaften zu schätzen. Auf
dem Bild sieht man, wie die Paste in Japan auch heute noch
traditionell hergestellt wird: Auf einem Holzbrettchen befindet
sich rauhe Haifisch-Haut, und es wird stets die benötigte Portion
frisch gerieben.
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Besonders
beim Genuss von Shushi würde ohne Wasabi, Sojasoße und
eingelegten pikanten Ingwer etwas fehlen. Frische Wurzeln oder im
Sushi-Restaurant bei Tisch frisch von der Wurzel geriebenen Wasabi
ist allerdings außerhalb Japans kaum zu haben. Deshalb wird
Wasabi als Paste in der Tube angeboten, oder als Pulver, dass man
mit Wasser zu einer Paste anrührt. Sushi - ohne Wasabi nur der halbe Genuss
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Wasabi
ist nicht gleich Wasabi Wasabi
wird nicht nur "güner Meerrettich" genannt; der weitaus größte
Teil der außerhalb Japans angebotenen Wasabi-Pasten und -Pulver
besteht in der Tat aus dem (wesentlich billigeren) weißen
Meerrettich, der mit künstlichen Farbstoffen auf grün getrimmt
wird. Meist kommen hier das gelbe Tartrazin (E 102) und Brillantblau FCF (E 133)
zum Einsatz, was - wie man es mal im Physikunterricht gelernt hat -
zusammen dann grün ergibt. Und da im Aroma andere vom Senf bekannte Charakteristika fehlen, wird dann oft auch noch Senf oder Senfextrakt hinzugefügt
- fertig ist der "Kunst-Wasabi".
Skurrilerweise
kann Japan inzwischen seinen Wasabi-Eigenbedarf nicht mehr selbst decken und importiert
riesige Mengen aus Taiwan, China und sogar aus den USA. Umgekehrt
wird der größte Teil der japanischen Wasabi-Imitate exportiert und
daher gelegentlich auch "West-Wasabi" genannt. Echte
Feinschmecker kennen natürlich den Unterschied.
Wird
Wert auf Echtheit gelegt, lohnt es sich daher, vor dem Kauf die Zutaten
genau zu lesen oder zu erfragen. Werfen wir einmal einem einen Blick
auf zwei solcher "Wasabi"-Produkte:
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Unten
ein Pulver in der Dose; für Farbe sorgt hier Spirulina,
eine grüne Alge. Links eine Tuben-Paste; die Zutaten sprechen
für sich. Mahlzeit!

Zu
erkennen sind die Imitate auch am niedrigen Preis von nur wenigen
Euro pro Packung. Echter Wasabi ist eine Rarität, und die hat
ihren Preis.
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Auch
wenn einige dieser Kunstgebilde nicht einmal schlecht schmecken, bleiben
sie eben Imitate, so wie man auch keine Äpfel oder Birnen nachmachen
kann; zudem fehlt der bei echtem Wasabi vorhandene gesundheitliche
Nutzen.
Echter Wasabi nicht nur scharf, sondern
auch ein Geschmackserlebnis. Die Schärfe ist ausgeprägter aber
verflüchtigt sich schneller als bei Meerrettich, und das Aroma hat eine
leicht süßliche, typische Note.
Und
es gibt Anbauer, die beweisen, dass man echten Wasabi ohne irgendwelche
Zusätze produzieren kann, der zwar nicht so billig wie die Imitate,
aber trotzdem erschwinglich ist.
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Einen
solchen Wasabi-Spezialisten haben wir in den USA aufgespürt. Er
importiert nicht nur Wasabi aus anderen Ländern, sondrn baut seit ein
paar Jahren in South Carolina erfolgreich selbst an. Die Ergebnisse
können sich sehen (und schmecken) lassen.
Aus den Wurzeln
wird durch schonende Verarbeitung ein hochwertiges Pulver herstellt - 100% Wasabi, ohne irgendwelche Zusätze.
Trocken schmeckt das Pulver nur schwach und wenig scharf. Man muss es zunächst ca.
10-15 Minuten vor der Verwendung mit etwa derselben Menge heißem Wasser anrühren
und dann stehen und abkühlen lassen, sodass eine dickflüssige Paste entsteht, in der sich dann durch die Verbindung mit dem Wasser Schärfe und Aroma
entfalten (Dasselbe gilt ja auch für gemahlenen Senf - trocken ist er
weder scharf noch würzig).
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Gemahlener echter Wasabi ist das Nächstbeste zur - außerhalb Japans kaum erhältlichen - geriebenen frischen
Wasabiwurzel. Erhältlich im Pepperworld Hot Shop.
Verwendungstipps
für gemahlenen echten Wasabi
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Wie
alle Gewürze sollte man Wasabi-Pulver lichtgeschützt, trocken und kühl aufbewahren. Da die Senföle
des Wasabi oxidationsempfindlich sind, sollten das Gefäß nach
Entnahme der benötigten Menge sofort wieder verschlossen werden.
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Damit die flüchtigen Bestandteile erhalten
bleiben, Wasabi-Paste am besten nicht erhitzen,
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Wie
ein hochwertiger Wein braucht Wasabi etwas Zeit zum
"Atmen", um sein Aroma zu entfalten - allerdings nicht zu
lange, denn die nach Anrühren des Pulvers durch den Kontakt mit
Wasser freigesetzten Verbindungen verflüchtigigen sich an der Luft
nach einiger Zeit.
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Das
Timing ist daher wichtig: Die optimale Zeit zum Anrühren der
Wasabi-Paste ist etwa zehn Minuten vor der Verwendung. Der
"Gipfel" ist nach etwa 20-300 Minuten erreicht; danach
nehmen Aroma und Schärfe langsam wieder ab. Ein
"Wiederbeleben" ist durch Aufrühren der Paste möglich.
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Außer als Beilage zu Sushi und Fisch lässt sich das
Wasabi-Pulver auch zusammen mit anderen Zutaten verwenden, z. B. in Soßen und Dressings, etwa in Italian oder Ranch Dressing, oder in Vinaigrettes
- auch dazu rührt man das Pulver am besten zunächst zu einer Paste
an. Als Faustregel für Dressings gilt etwa 10% (Volumen) Anteil
Wasabi-Paste.
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Vom
amerikanischen TV-Starkoch Emeril Lagasse stammt der Tipp, Kartoffelmus
mit Wasabi zu verfeinerten; so schmeckt es hervorragend zu gegrilltem oder gebratenem Lachs oder
Thunfisch (siehe auch Rezept).
Weitere
Infos
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