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Chiltepin – Die "Mutter aller Chilis"

Klein aber oho: Chiltepin gelten als die Urform aller Chilis. Noch immer wachsen sie wild, und für Scharfschmecker sind die raren Beeren ein echter Leckerbissen. Hier finden Sie Hintergrundinfos und Rezepte.

Getrocknete Chiltepin-Chilis

 Einführung

 Eine scharfe Delikatesse

 In der Heimat der Chiltepins

 Erntezeit

 Chiltepins in der Küche

 Chiltepin-Rezepte

 Chiltepin selber ziehen

 Chiltepins im Hot Shop

 Chiltepin-Fakten

Einführung

Bei Chilis denken die meisten Menschen an längliche, spitzige Schoten, wie zum Beispiel Cayenne. Aber ganz zu Beginn sahen die scharfen Früchtchen völlig anders aus, nämlich klein und rund, wie Vogelbeeren.

Und Vögel waren es auch, die zu ihrer Verbreitung über ganz Südamerika beitrugen. So richtig feurig waren sie aber schon damals, denn auf diese Weise schützte Mutter Natur die Beeren gegen Fraßfeinde, insbesondere Nager und andere Säugetiere. Vögel hingegen spüren die Schärfe des Chili-Wirkstoffs Capsaicin nicht.

Die Art des Wuchses der Beeren, aufrecht, leuchtend, und keinesfalls unter Blattwerk versteckt, signalisiert den Vögeln noch heute: "friß mich!"

Von wegen Abschreckung - der Mensch fand frühzeitig Gefallen an der Schärfe und sammelte die winzigen feurigen Beeren bereits vor rund 9000 Jahren. Schon sehr bald begann man mit der Züchtung und schuf viele jener Sorten, die auch heute noch bekannt und beliebt sind. Ancho/Poblano zum Beispiel stammt aus der präkolumbianischen Zeit, also vor der europäischen Entdeckung der scharfen Schoten durch Kolumbis in der Karibik – eine Region, die er für Indien hielt, und die roten Schoten für eine Art Pfeffer (siehe Die Chili-Story).

Aber auch die Urform der Chilis, Chiltepin oder kurz Tepin genannt, hat sich über die vielen tausend Jahre halten können, fand ihren Weg von Südamerika Richtung Norden und wächst wild im nördlichen Mexiko und im Süden der US-Bundesstaaten Texas und Arizona. Dr. Francisco Hernández war der erste Europäer, der die Chiltepins beschrieb, und zwar 1615 im Rahmen der ersten systematischen Katalogisierung der südamerikanischen Pflanzenwelt.

Die in der mexikanischen Sonora-Wüste beheimateten Tarahumara-Indianer glauben, dass Chiltepins größtmöglichen Schutz gegen Hexerei bieten würden. Eines ihrer Sprichwörter besagt sogar: "Ein Mann, der keine Chilis isst, macht sich der Hexerei verdächtig" (Anmerkung: Auch uns sind Leute, die keine Chilis mögen, irgendwie suspekt). Die Papago-Indianer aus Arizona - der US-Bundesstaat grenzt nördlich an Sonora - sind überzeugt, dass es die Chiltepins bereits seit der Erschaffung der Erde gibt.

Seit jeher haben Chiltepins auch ihren Platz in der Volksmedizin. Aus Mexiko ist bekannt, dass die scharfen Beeren bei versehentlichem Verschlucken von Säure gereicht wurden; dazu wurden sie zerstoßen und mit Knoblauch, Oregano und warmem Wasser gemischt. Auch soll es in Mexiko eine Medizin gegen Sodbrennen geben, deren Wirkstoff speziell aus dieser Chili-Sorte gewonnen wird. Weitere Krankheiten, die angeblich mit Chiltepins behandelt wurden, sind unter anderem Halsentzündung, Ruhr, Rheuma und Geschwüre.

In der Küche dienten Chiltepins früher nicht nur zum Würzen; da sie als Antioxidant wirken, ließ sich damit auch die Haltbarkeit von Fleisch verbessern.


 

 

Klein und feurig: Chiltepin

Klein, stark, scharf:
Chiltepin, der "Ur-Chili" 

 

 

 

Frische Chilitepin-Beeren

Signalisieren "Friß mich": Frische Chilitepin-
Beeren (Sonora, Mexiko)

 

Chiltepins lösen sich leicht vom Stiel

Ebenfalls wichtig für
die Verbreitung durch Vögel: Die Beeren lösen
sich leicht vom Stiel.

Eine scharfe Delikatesse

Gourmets, die es gern feurig mögen, schätzen Chiltepins als eine ganz besondere Delikatesse, denn sie zeichnen sich durch ein spezielles Aroma und eine klare, schneidende Schärfe aus. Meist werden sie getrocknet verwendet. Da die Chiltepin-Büsche in der Wüste weit verstreut wachsen und die kleinen Beeren mühevoll per Hand gezupft werden müssen, gehören sie neben Safran zu den  teuersten Gewürzen der Welt. Besonders Salsas, Suppen sowie Eintopf- und Bohnengerichten verleihen die Mini-Chilis Feuer und Aroma; als Flocken machen sie jede Pizza zum Erlebnis der verschärften Art.

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Getrocknete Chilitepin-Beeren

Getrocknete
Chilitepin-Beeren

In der Heimat der Chiltepins

Sonora-Wüste (nördliches Mexiko)

Schon vor ein paar Jahren lernten wir Alan Ortega kennen. Auf rund 1000 Hektar in der mexikanischen Sonora-Wüste südlich von Arizona züchtet seine Familie Rinder, die sie an die USA verkauft. Im Sommer wird es dort unbeschreiblich heiss, und im Schutz der Mesquite-Bäume auf der schier endlos großen Ranch gedeihen die wilden Chilis, die Chiltepins.

Kein Mensch hat sie gesät oder gepflanzt. Vielmehr sorgt die Natur hier für ein geniales Zusammenspiel: Vögel fressen die scharfen Beeren und suchen Schutz vor der sengenden Sonne in den Mesquite-Bäumen, den wenigen Schattenspendern der Region. Wird die unverdaute Saat ausgeschieden, fällt sie – aufgeweicht und mit der nötigen Portion Dünger versorgt – auf beschattetes Erdreich. In der glühenden Sonne hätte die Saat keine Chance, aber im Schutze des Baumes, der mit seinen langen Wurzeln Wasser aus der Tiefe des Bodens pumpt, gedeihen die Chiltepins, und sie wachsen selbst zu ansehnlichen Bäumchen. Die Beeren können hier im Schatten reifen, während sie in der prallen Sonne vorzeitig vetrocknen würden.

Obwohl zur Gattung Capsicum annuum gehörig, werden die wildwachsenden Chili-Pflanzen sehr alt. Alan erzählt von einem Chiltepin-Baum, der über zwei Meter hoch ist und mehr als 30 Jahre alt! Auch von Hobby-Züchtern hörten wir schon von Chiltepin-Pflanzen, die immerhin schon acht Jahre überstanden hatten.

Für Generationen hat die Familie Ortega die scharfen Chiltepins gesammelt und in der Küche verwendet, aber auf der riesigen Ranch wuchs weit mehr, als man übers Jahr brauchte. Alan, ein agiler Mittzwanziger, der in den USA aufgewachsen ist und dort einen guten Geschäftssinn mit auf den Weg bekam, hatte eine Idee: Warum nicht die Beeren im großen Stil von den zahllosen Chiltepin-Pflanzen sammeln und verkaufen! Schließlich sind die wildwachsenden Ur-Chilis auf beiden Seiten der Grenze eine beliebte und begehrte Würz-Delikatesse.

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Hinweis an der US-Grenze in Süd-Arizona

Gleich südlich von Arizona
beginnt Sonora (Mexiko)

 

 

 

 

 

Erntezeit

Dabei ist die Ernte alles andere als einfach. Zur Reifezeit im September ist es in der Sonora-Wüste noch immer brüllend heiss. Morgens werden die Erntehelfer, auch Chiltepineros genannt, mit dem Jeep zu den besten Plätzen gebracht. Mit einem Eimer und dicken Handschuhen bewaffnet machen sie sich ans Werk in dem teils unwegigen Gelände, zupfen die roten Beeren. Sind die Chiltepins bereits reif genug, um sich vom Kelch zu lösen, erntet man sie ähnlich wie Oliven: Tücher werden unter der Pflanze ausgebreitet, dann wird geschüttelt, denn die reifen Beeren lösen sich sehr leicht vom Stiel. Trotzdem ein mühsames Geschäft, und selbst ein guter Pflücker kommt allenfalls auf ein Tagesvolumen von etwa 6 Litern. Abends werden die Chiltepineros dann wieder eingesammelt und entsprechend ihrer Ernte entlöhnt.

Zahlreich, aber mühsam zu ernten: Reife Chilitepin. Im Hintergrund der
Mesquite-Baum, lebensnotwendiger Schattenspender für die Chili-Pflanze.

Die Chiltepins werden dann von Blättern, Zweigen etc. gereinigt und in einer gut belüfteten Halle schonend getrocknet. Was diese Chilis so schmackaft und begehrenswert macht, ist die Tatsache, dass sie naturbelassen ohne Dünger, Pflanzenschutzmittel oder Pestizide wachsen, und auch nach der Ernte werden sie in keiner Weise chemisch behandelt. Bevor wir diese tollen Chilis in unser Sortiment aufgenommen haben, haben wir uns davon natürlich durch Labortests hier in Deutschland überzeugt, und in der Tat waren nicht einmal Spuren von irgendwelchen unerwünschten Substanzen zu finden.

Experimente

Chiltepin-Testanbau

Auf einem Feld mit künstlicher Bewässerung versuchen die Ortegas, Chiltepin-Pflanzen zu ziehen und anzubauen; dieses Projetkt (Bild oben) befindet sich allerdings noch im Versuchsstadium. Eines der Probleme: Die "Zuchtbeeren" werden größer als die Wildform; begehrt sind aber winzigen Früchte.

Blaue agaven - Der Stoff, aus dem Tequila wird

Auf einem anderen Stück Land baut Alan, zusammen mit befreundeten Geschäftspartnern, organisch blaue Agaven an. Dies ist die Pflanze, aus deren Saft der edelste Tequila destilliert wird. Bisher wird der süße Saft dort jedoch komplett zu Agaven-Dicksaft verarbeitet, einem natürlichen Süßungsmittel als gesundem Zuckerersatz, wie er schon von den Ureinwohnern genutzt wurde. Doch schon bald will Alan seinen eigenen Tequila herstellen, erzählt er uns. Natürlich vom Feinsten. Bis dahin trösten wir uns mit einer guten Flasche Patrón…

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Alan Ortega mit seinen Chiltepins

Stolz präsentiert
Alan Ortega die
Chiltepins von
seiner Ranch

 

Chiltepins in der Küche

Was macht man nun mit den Chiltepins? Wir sitzen mit Alan beim Essen, und außer allerlei mexikanischen Spezialitäten kommt eine kleine Schüssel mit Chiltepins auf den Tisch. Alan nimmmt ein paar der getrockneten Beeren und zerbröselt sie mit den Fingern über seinem Teller, genau so wie es schon 1794 der in Sonora lebende deutsche Jesuitenpater Ignaz Pfefferkorn dokumentiert hat. Der Pater notierte bereits, dass Chiltepin das beste Gewürz für Suppen, gekochte Erbsen, Linsen, Bohnen und vieles mehr seien. Ich nehme mir ebenfalls ein paar Beeren und bemerke, dass sie unterschiedlich groß sind. Alan fragt mich, was ich wohl meine, ob die kleineren oder die größeren schärfer wären. Ich zerkaue eine rund 10 mm große Beere und bekomme umgehend feuchte Augen. Anders als Habaneros erwischt einen die schneidende Chiltepin-Schärfe sofort. Nach einem großen Schluck vom mexikanischen Dos Equis Bier geht's wieder - nun eine kleinere Beere. Au weia. Nun weiß ich's: Je kleiner desto schärfer. Darum sind die wildwachsenden Tepins auch die schärfsten – die Zuchtformen, Piquins etwa, sind größer und weniger feurig.

Bisweilen werden Chiltepins auch als die schärfsten Chilis der Welt eingestuft. In Scoville-Einheiten gemessen sind Habaneros gut doppelt so scharf. Die spezielle Zusammensetzung der Capsaicinoide, die allen Chilis eigenen Scharfmachersubstanz, sorgt jedoch bei den Chiltepins für ein (subjektives) Empfinden besonders schneidender Schärfe, die eine Harmonie mit dem typischen Aroma der kleinen Geschosse bildet. Zurück also zur kulinarischen Verwendung.

Außer als unentbehrliche Würze bei Tisch finden die Chiltepins in Sonora sowie in Texas und Arizona auch in zahlreichen Gerichten und Beilagen Verwendung. Alan hat uns freundlicherweise ein paar Rezepte verraten, die zum Teil schon von seiner Großmutter stammen. 

Von einem Rezept konnten wir uns gleich vor Ort überzeugen, denn in einem Marmeladenglas hat unser mexikanischer Freund uns eine selbstgemachte Salsa picante (so nennen Mexikaner Hot Sauce) mitgebracht. Unser Urteil: Lecker und seeeehr feurig! Die Herstellung ist äußerst einfach, man benötigt lediglich getrocknete Chiltepins, Limettensaft und etwas Salz, bei Bedarf auch ein wenig Knoblauch.

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Getrocknete Chiltepins

Kommt in Mexiko zum
Nachschärfen auf den
Tisch: Schälchen mit
getrockneten Chiltepin

 

 

Chiltepin-Rezepte

Ausßr dieser Sosse gab Alan uns Rezepte für scharfe Erdnüsse, einen feurigen Pickle-Dip, eine raffinierte Salsa, ein scharfes Süppchen, Chiltepin Jelly und für ein bei der ganzen Familie Ortega besonders beliebtes Hausrezept, eine Chiltepin-Chorizo, Sonora-Art. Das ist die "aufgepepperte" Version der luftgetrockneten Wurst aus Schweinefleisch, die die Spanier nach Mexiko brachten.

Die verschärften Leckereien sind in der Pepperworld-Rezeptsammlung zu finden:

 Salsa Picante de Chiltepin

 Scharfe Chiltepin-Erdnüsse

 Chiltepin-Dip für saure Gurken

 Chiltepin-Salsa

 Pikantes Chiltepin-Gelee

 Chorizo Sonora-Art

 Machaca Sierra Madre

 Chiltepin-Knoblauchsuppe

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Chiltepin selber ziehen

Mit etwas Glück (und noch mehr Geduld) lassen sich Chiltepin-Pflanzen auch bei uns ziehen. In ihrer mexikanischen Heimat können mehrjährige Pflanzen durchaus weit über 1000 Beeren produzieren, aber auch bei unseren eigenen Pflanzen hatten wir schon ansehnliche Erfolge.

Bis es soweit ist, vergeht allerdings eine Menge Zeit. Erst einmal ist Chiltepin-Saat besonders schwer zum Keimen zu bewegen; dies kann vier Wochen und länger dauern. Das Keimen ist deshalb so schwierig, weil die Samen dieser Wildpflanze an die Verbreitung durch Vogelkot gewöhnt sind, der zugleich als Dünger und zum Aufweichen der Samenschale dient (siehe oben).

Mit unserem Keimtipps können Sie der Saat auf die Sprünge helfen. Die Reifezeit für Chiltepin wird in verschiedenen Quellen mit etwa 90 bis 120 Tagen angegeben; in unseren Breiten kann es auch nöch länger dauern, unserer Erfahrung nach bis zu 200 Tage. Daher empfiehlt sich der Anbau als Topf- oder Containerpflanze, sodass man sie vor dem Herbstfrost ins Warme holen kann (während die Pflanzen in der Sonora-Wüste durchaus Minusgrade überstehen, wird's bei uns unter +5°C kritisch).

Außerdem ist dies die einzige Sorte, die wir für unseren persönlichen Bedarf bereits Ende Januar aussäen, während wir mit allen übrigen bis Anfang März warten.

Mehr zum Thema Chili-Anbau finden Sie in unserem ...

Crash-Kurs für Chili-Gärtner

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Selbstgezogene Chiltepin

Selbstgezogene Chiltepin

Selbstgezogene Chiltepin
im Topf. Ende Oktober gabs sogar rote Beeren.

Chiltepins im Pepperworld Hot Shop

Getrocknete Schoten

Chiltepins sind wie gesagt nicht billig, aber nachdem wir so viel Gutes darüber gelernt hatten und vor allem, nachdem wir sie ausgiebig probieren durften, wollten wir unseren Pepperworld-Freunden diese Chili-Rarität nicht vorenthalten. Wir bekommen die Chiltepins direkt vom Erzeuger, und jede Lieferung durchläuft in Deutschland einen umfangreichen Lebensmittel-Labortest (was neben den Chiltepins selbst auch nicht gerade billig ist).

 Getrocknete Chiltepins im Pepperworld Hot Shop

Chiltepin-Saat

Wer selbst einmal Chiltepins ernten möchte, wird in unserem Online-Shop ebenfalls fündig:

 Chiltepin-Saat im Pepperworld Hot Shop

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Getrocknete Chiltepins im Hot Shop

Getrocknete
Chiltepins
im Hot Shop

Chiltepin-Fakten

Chiltepin

Die wild wachsende "Mutter aller Chilis" – nach heutigen Erkenntnissen weitgehend die Urform, die im Amazonas-Becken entstand.

Chiltepin

Heimat der Chiltepins ist die Sonora-Wüste (Nord-Mexiko) sowie der Süden von Texas und Arizona. Das Grenzgebiet also zwischen Wüste und Bergen, mit seinem speziellen Mikroklima.

Chiltepin

Chiltepins werden von den Menschen schon seit mehr als
9000 Jahren verwendet.

Chiltepin

Der Name Chiltepin setzt sich vermutlich aus den Azteken-Begriffen "chilli" und "tecpintl" zusammen, was soviel wie "Floh-Chili" hieße, mit Anspielung auf den Biss der kleinen Plagegeister. Im Laufe der Zeit wurde daraus "Chiltecpin", dann das spanische "Chiltepin". Im Englischen bisweilen auch "Chilepiquin", oder kurz Piquin (so heissen die Tepins in Texas, auch wenn Pequins andernorts eine andere – nämlich gezüchtete – Sorte sind).

Chiltepin

Der botanische Name ist Capsicum annuum var. aviculare

Chiltepin

Ein Texaner erzählte mir einmal, dass er als Kind Chiltepins kauen musste, wenn er was Unanständiges gesagt hatte. Autsch!

Chiltepin

Indianer benutzten die Chilis nicht nur zum Würzen, sondern auch, um Kleinkinder vom Säugen zu entwöhnen, indem sie die Brustwarzen mit Chiltepin-Pulver puderten. Auch zur Geburtseinleitung (durch Inhalieren und Niesen) wurde das Chilipulver angeblich verwendet.

Chiltepin

Die Pflanzen sind mehrjährig, können in ihrem Lebensraum über 30 Jahre alt werden und Stämme bis zu 8 cm Durchmesser bekommen.

Chiltepin

Von uns in Auftrag gegebene Labortests ermittelten rund
 80 000 Scoville-Einheiten! Damit stehen sie auf Stufe 9
von 10 auf unserer Brenn-o-meter-Skala.

Chiltepin

Die mühsame Ernte von Hand in der Sonora-Wüste machen Chiltepins zu einem der teuersten Gewürze der Welt.

Chiltepin

Mit etwas Geschick auch bei uns kultivierbar, sogar als Zimmerpflanze im Topf (die Saat keimt jedoch schwer und spät).

Chiltepin

Für die kommerzielle Chiltepin-Ernte sind praktisch ausschließlich wildwachsende Pflanzen von Bedeutung; sie liefern die kleinsten, schärfsten und schmackhaftesten Chilis (die Früchte der Zuchtformen sind größer oder länglich).

Chiltepin

Chiltepins gelten als besonders magenfreundlich; es ist die einzige Chili-Sorte, aus der in Mexiko sogar ein Mittel gegen Sodbrennen gewonnen wird.

Chiltepin

Getrocknete original Sonora-Chiltepins sind im Pepperworld Hot Shop erhältlich.

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