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Neulich
im Thai-Restaurant
Die
nachfolgende Geschichte von Pepperworld-Fan Kalli zeigt,
dass selbst für Leute aus dem Land der scharfen Thai-Chilis die
unglaubliche Schärfe von Habaneros - von Chiliheads
liebevoll Habbies genannt - etwas überraschend kommen kann.
Kallis "Thai O-Ton" sollte dabei keinesfalls
ausländerfeindlich verstanden werden...

Habaneros:
Nette kleine Gesellen, immer für eine Überraschung gut
Hallo
zusammen,
ich
muss mal eine Habanero Geschichte von meinem letzten Besuch beim
Thai loswerden. Die Geschichte ist zwar etwas lang, aber das Lesen
lohnt sich.
Vorab:
Wie
Ihr wahrscheinlich alle wisst, war der 2003er Sommer hervorragend
für Chilis geeignet. Meine Ernte war sehr üppig und die Habbies
waren superscharf (selbst für Habbies) und hatten ein
phantastisches Aroma. Aufgrund der riesigen Ernte habe ich über
4kg getrocknet und die verschärfen mir nun die Wartezeit auf die
neue Ernte.
Gestern
Abend war ich mit etlichen Bekannten bei einem kleinen aber guten
Thai in Mannheim. Ich habe, noch bevor die Getränke da waren,
meine Pfeffermühle auf den Tisch gestellt. Gefüllt ist sie mit
vorzerkleinerten getrockneten Habanero´s die man durch das
durchsichtige Vorratsglas gut sehen kann. Mein Gegenüber (auch
ein Chilifan) wollte mal die getrocknete Variante probieren, was
wir Später auch reichlich taten.
Die
ersten Getränke kommen auf den Tisch und die Bedienung, ein recht
junger Thai, meint nur – fast abfällig – „das brauche sie
hier nicht, unsere essen is sson ssarf.
Die
restlichen Getränke bringt eine kleine Asiatin (Frau des
Chefs??), die fast aggressiv zu den Habbies meint: „Unsere sind
vieles Serfer" und verschwindet. Der Chef des Hauses bringt
die Warmhalteplatten und sieht das die Habbies und meint: „Is
habe ganze sarfe – is viel serfer als das." Und
verschwindet auch.
Inzwischen
kommt das Essen und noch bevor mein Gegenüber und ich uns dem
Habbie-Wahn hingeben können, steht der Chef bei uns am Tisch mit
4 Schälchen. Gefüllt mit getrockneten Chilis und verschiedenen Würzsaucen.
Nachdem wir einwenig mit dem Chef gescherzt haben, nahm er den
Mini-Löffel, gefüllt mit seinen getrockneten Chilis und kippte
diesen meinem Gegenüber auf seinen Tellerrand. Kichernd
verschwand er – wie ein kleines Kind das etwas angestellt hat.
Mein Bekannter probierte die Chilis, ebenso wie ich und wir kamen
überein – ganz nett , aber gegen Habbies ist das nichts. Mein
Tischnachbar holte zum Gegenschlag aus. Er bestellte bei der
Bedienung einen kleinen Teller. Darauf habe ich eine ordentliche
Portion Habbies darauf gemahlen.
Wir
aßen und warteten auf unsere Rache….. Hihihi.
Der
Chef des Ladens erschien nach kurzer Zeit wieder und staunte, dass
mein Tischnachbar seinen ersten Teller schon leer hatte und sich
von der Platte schon nachgeholt hat.
Wir
forderten ihn auf, doch mal die gemahlenen Habbies zu probieren.
Er benetzte seinen Zeigefinger und tauchte diesen ins
Habbiepulver. Diesen Finger (ich hab drauf geachtet, dass er nun
nicht den Mittelfinger nimmt) führt er, gut mit Habbiepulver bestückt,
in den Mund.
Erste
Reaktion: „Is gut sarf – wirklich". Nach ca 5 Sekunden
zuckt er zusammen, als ob er ein Stromkabel angefasst hätte –
Hand vor den Mund, der Kopf wird rot und die Schweißperlen kommen
aus seiner Stirn, als ob man einen vollgesogenen Schwamm leicht drückt.
Er hechelt: Mein Mund sstirbt – schnauf, schnauf - is tot der
Mund – schnauf, schnauf - is sarf – is wirklich sarf. So was
kann man nicht Schauspielern – wir hatten ihn also erwischt.
Der
Chef verschwand mit dem Teller in die Küche. Nach einer etwas längeren
Erholungszeit in der Küche erschien der Chef – immer noch mit
rotem Kopf – und erkundigte sich ausgiebig über Herkunft des
Pulvers, Namen der Schoten und aus welchem Land sie denn ursprünglich
kommen.
Er
meinte er habe noch nie so was Scharfes erlebt ("mein Mund is
immer noch tot"), und ob ich ihn ein klein wenig davon
verkaufen würde. Ich schenkte ihm, nachdem wir gegessen hatten,
den Rest der in meiner Mühle war (immerhin ca. 60 Gramm reines
Feuer). Er freute sich ungefähr so wie mein 2 ½ Jähriger Junior,
wenn er Gummibärchen bekommt.
So
kann man mit scharfen Sachen dem Thai noch eine Freude machen.
Gruß,
Kalli
Ebenfalls lesenswert:
"Chili nix gut anne Männlichkeit"
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