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"Pepper-Plantage" in der Wohnung Unser Crash-Kurs für Chili-Gärtner zeigt alle Schritte des Chili-Anbaus daheim, von der Aussaat bis zum Auspflanzen ins Freie. Aber auch wenn Sie weder über Garten oder Balkon nochTerrasse verfügen, brauchen Sie auf den optischen und kulinarischen Genuß frischer Chili Peppers nicht zu verzichten. Mit etwas Geschick kann man akzeptable Pflanzen auch komplett in der Wohnung züchten. Da die Pflanzgefäße zwangsläufig kleiner ausfallen als für die Terrasse, sollten Sie sich auf die "kleinen heißen" Sorten wie zum Beispiel Cayenne beschränken; "Zimmer-Gemüsepaprika" dürfte kaum zufriedenstellend gedeihen. Die Pepper-Pflanzen sollten das sonnigste Fenster bekommen, das Ihre Wohnung zu bieten hat. Im Winter wählen Sie am besten ein Südfenster, ansonsten ein Ost- oder Westfenster. Wenn's mit dem Sonnenlicht einfach nicht reicht (Peppers brauchen täglich etwa 14 Stunden davon), können Sie mit künstlicher Beleuchtung nachhelfen; normales Glühlampen- oder Leuchtstoffröhrenlicht reicht nicht aus. Es gibt jedoch spezielle Pflanzenlampen, die als Hängeleuchten, Wandstrahler oder Leuchtstoffröhren erhältlich sind. Während Hängeleuchten und Wandstrahler sich gut für einzelne Pflanzen eignen, bieten sich für eine Batterie von Pepper-Pflanzen Leuchtstoffröhren an. Gut geeignet sind Röhren, die zwar "kaltes", "blaues" (dem Sonnenlicht sehr ähnliches) Licht abgeben, sich aber nicht stark erhitzen. So kann der Abstand zu den Pflanzen niedrig genug gewählt werden, daß das Licht auch wirklich etwas bringt. Für gleichmäßiges Blätter- und Fruchtwachstum empfehlen manche Chili-Pepper-Zimmergärtner, zusätzlich "warme", "rote" Lichtquellen zu verwenden. Spezielle Pflanzenlampen (zum Beispiel "true-lite") simulieren das gesamte zum Wachstum relevante Sonnenlicht-Spektrum, sodaß man mit einer Leuchtenart auskommt. Damit Sie die Lampen dem Wachstum der Pepper-Pflanzen anpassen können, müssen sie in jedem Fall höhenverstellbar sein. Wichtig ist der richtige Abstand zwischen Leuchte und Pflanzenspitze; empfehlenswert sind 30 bis 50 cm. Je nach Leuchte enthalten die Anweisungen ihres Hersteller womöglich abweichende Angaben; mit zunehmendem Abstand nimmt die Beleuchtungsstärke rapide ab. Auch hinsichtlich Montage und Betrieb der Lampen sollten Sie sich an die Sicherheitshinweise der Hersteller halten. Genauso wichtig wie der Abstand ist die Brenndauer; im Winter reichen einschließlich Tageslichtphase 12 bis 14 Stunden, im Frühjahr sollten es 14 bis 16 Stunden sein. Zur Einhaltung dieses Beleuchtungszyklus empfiehlt es sich, eine Stecker-Zeitschaltuhr einzusetzen. Sind Sie längere Zeit nicht zuhause, sollten Sie Ihre Nachbarn bitten, die Lichtanlage regelmäßig zu überprüfen (am besten auch eine genaue Gießanleitung hinterlassen!). Spezielle Wachstums-Lampen finden Sie in vielen Baumärkten mit Gartenabteilung; sie sind aber auch im Versandhandel erhältlich (Kontakte finden Sie in Das Chili Pepper Buch im Anhang). Damit das Pepper-Hobby nicht zu kostspielig wird, sollte man auch den Stromverbrauch der Lampen im Auge behalten. Eine 400-Watt-Lampe, die täglich 14 Stunden brennt, verbraucht im Monat rund 170 KWh. Bei einem Strompreis von beispielsweise 0,12/KWh somit rund 20,- pro Monat. Es zahlt sich also aus, unter mehreren Alternativen die Energiesparendste auszuwählen. Mit dem richtigen Licht allein ist es aber noch nicht getan; es muß auch mit der Temperatur und der Luftfeuchtigkeit in Einklang gebracht werden. Heizen Sie zu stark ein und/oder gießen Sie zuviel, animieren Sie die Pflanze zu unnatürlich starkem Wachstum, für das aber die Kraft der "echten" Sonne fehlt - sie entwickelt einen rankigen Wuchs, Triebe mit schwachen Zweigen und weit auseinanderliegende blasse Blätter. Die Luftfeuchtigkeit ist insbesondere in geheizten Räumen meist zu gering (was übrigens auch für Menschen nicht gesund ist). Um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen, gibt es verschiedene Möglichkeiten - vom einfachen (und billigen) Sprühen über Verdunstungsgefäße für die Heizkörper bis zum luxuriösen (und nicht so billigen) elektrischen Luftbefeuchter. Aufgrund der trockeneren Luft ist es ebenfalls wichtig, die Feuchtigkeit der Erde regelmäßig zu prüfen. Beachten Sie außerdem, daß sich in geheizten Räumen wie bei vielen anderen Zimmerpflanzen Spinnmilben und Blattläuse auch gerne auf Chili-Pepper-Pflanzen breitmachen. Gegenmaßnahmen finden Sie unter Schädlinge und ihre Bekämpfung. Selbst unter optimalen Lichtverhältnissen werden komplett im Haus gezogene Chili-Pepper-Pflanzen meist nicht so groß wie draußen; oft bekommen sie bereits Blüten, wenn sie erst 20 cm hoch sind. Dem meist begrenzten Platzangebot kommt dies jedoch nur entgegen. Da im Hause keine Brise weht, müssen Sie bei der Bestäubung ein wenig nachhelfen, am besten mit einem feinen Haarpinsel (für jede Sorte einen eigenen Pinsel verwenden). Der Lohn für Ihre Arbeit sind attraktive Pepper-Pflanzen, um die man Sie beneiden wird, und die Ihnen helfen, Ihren Appetit auf frische Chili-Schoten zu stillen! |
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